Daniel Ebrahimi-Fakhari erhält Stipendium 2018

Nachwuchsförderung weiterhin gesichert

cand. med. Daniel Ebrahimi-Fakhari
cand. med. Daniel Ebrahimi-Fakhari

Nach zweimaliger Vergabe des TSC-Stipendiums „Welcome to Cincinnati“ ist die Nachwuchsförderung im Zuge der internationalen Kooperation mit Professor David Franz und der TSC Klinik in den USA erneut gesichert. Stolzer Stipendiat ist diesmal cand. med. Daniel Ebrahimi-Fakhari, der nach Abschluss seines Medizinstudiums von Anfang Juli bis Ende September 2019 in den Genuss der dreimonatigen Hospitation kommen wird. „Der Aufenthalt in den USA bietet Herrn Ebrahimi-Fakhari nicht nur die einmalige Gelegenheit sich klinisch und persönlich weiterzuentwickeln, sondern auch relevante neue Impulse für seine Dissertation zu erhalten“, erklärt Prof. Dr. Sascha Meyer, der den Doktoranden als Leiter des TSC-Zentrums Saarland bereits seit 2016 begleitet.

 

Daniel Ebrahimi-Fakhari ist am TSC-Zentrum Saarland in der Klinik für allgemeine Pädiatrie und Neonatologie im Bereich der Neuropädiatrie beschäftigt. Als an pädiatrisch-neurologischen Krankheitsbildern interessierter Nachwuchsmediziner konnte er dort im Rahmen seiner Promotionstätigkeit bereits zur Publikation der Daten aus der zu TSC durchgeführten ESPED-Studie und zur topischen Therapie mit mTOR-Inhiboren bei fazialen Angiofibromen beitragen. Er wirkte außerdem unterstützend an einer multizentrischen Studie zu den Versorgungsstrukturen von TSC-Patienten in Deutschland (Saarland) und Spanien (Barcelona) mit. Nächstes Ziel sei für ihn nun der Abschluss seiner kumulativen Dissertation über seltene pädiatrische Erkrankungen am Beispiel des Tuberöse Sklerose Complex (TSC) bei Kindern und Jugendlichen. Gerade mit Blick hierauf freue er sich ganz besonders über die ihm gebotene Chance, praktische Erfahrungen in der Behandlung, aber auch in der Erforschung der Erkrankung sammeln zu können.

 

„Wir freuen uns mit Herrn Ebrahimi-Fakhari erneut einen engagierten Kandidaten gewählt zu haben, dessen Wunsch es ist, eine verantwortungsvolle Rolle als Arzt zu übernehmen und sein erworbenes Wissen TSC-Patienten zugutekommen zu lassen“, bekräftigt Stiftungsgeschäftsführer Helmut Hehn die Ausführungen des angehenden Arztes. Dem Ziel, Studenten und Ärzten eine vertiefte medizinische und wissenschaftliche Ausbildung im Sinne TSC-Betroffener und ihrer Familien zu ermöglichen, könne damit auch diesmal wieder in Gänze Rechnung getragen werden.

 

Caroline Raab erhält Stipendium 2017

Dreimonatiger Aufenthalt in Cincinnati im Herbst

Caroline Raab ist seit 2015 als Kinderärztin und Kinderneurologin im Epilepsiezentrum in Kork tätig. Seither betreut sie auch die Patienten mit Tuberöse Sklerose-Complex mit.

"Die Betreuung dieser komplex erkrankten Kinder und Jugendlichen mit Beteiligung des Zentralnervensystems und anderer Organsysteme erlebe ich als positive Herausforderung in meinem Berufsalltag.

Das Stipendium „Welcome to Cincinnati“ der Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung, das mir 2017 zu Teil wird, und der damit verbundene Aufenthalt in der dortigen TSC-Clinic bietet mir sicherlich wertvolle Anregungen für meine klinische Tätigkeit und eine hervorragende Möglichkeit für einen multidiszplinären Austausch auf höchstem fachlichen und wissenschaftlichen Niveau. Zudem ist es geplant, dort meine Arbeit an der Studie „Ketogene Diäten bei Kindern mit Tuberöse Sklerose- Komplex“ fortzusetzen und zu erweitern.

Ich danke der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung für diese einzigartige Möglichkeit", so Caroline Raab.

Foto links: Ltd. Oberärztin Dr. Adelheid Wiemer-Kruel, TSC-Zentrum und Epilepsiezentrum Kehl-Kork; Prof. Dr. David N. Franz, Leiter der TSC-Clinic am Cincinnati Childrens Hospital Medical Center, Stipendiatin Caroline Raab


Das Stipendienprogramm der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung geht in die zweite Runde: der Stiftungsvorstand freut sich, mit Caroline Raab erneut eine qualifizierte und interessierte Ärztin aus einem deutschen TSC-Zentrum zu einer dreimonatigen Hospitation in eine der größten TSC-Kliniken weltweit entsenden zu können.

Hier Vertreter der Stiftungsgremien bei der Vorstellung der Stipendiatin.

Foto (v.l.n.r.): Angelika Kodat, stellv. Bundesvorsitzende Tuberöse Sklerose Deutschland e.V. (TSDeV), Stiftungsvorsitzende Anke Koch, Stipendiatin Caroline Raab, Stiftungs-Geschäftsführer und TSDeV-Bundesvorsitzender Helmut Hehn, Prof. Dr. David N. Franz, Leiter der TSC-Clinik in Cincinnati, Dr. Adelheid Wiemer-Kruel, Ltd. Oberärztin des TSC-Zentrums und Epilepsie-Zentrums der Diakonie Kehl-Kork, und stellv. Stiftungsvorsitzender Roland Koch (Ministerpräsident a.D.).

 

Die Bewerbungsphase für das Stipendium 2018 läuft noch bis zum 31. August 2017. Wir freuen uns, das Programm auch im kommenden Jahr fortsetzen zu können. 

Neue Forschungsprojekte in Sicht

Am Rande der Jahrestagung 2017 führten wir seitens der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung ein Gespräch mit Wissenschaftlern, die gemeinsame Forschungsprojekte mit uns durchführen wollen. 

Prof. Dr. Kathrin Thedieck, tätig an den Universitäten Groningen und Oldenburg, und Dr. Konrad Kölble, Neuropathologe am Universitätsklinikum Erlangen, stellten uns ihre Ideen vor. Wir lernten vielversprechende Ansätze vor allem in der Grundlagenforschung kennen, die dazu beitragen können, Entstehung und Wirkmechanismen der TSC besser zu verstehen.

An dem Gespräch nahmen auch unsere Schirmherren und Stiftungsvorsitzenden, Anke und Roland Koch, teil.

Foto: v.l.n.r. Nicole Angler, Stiftungsassistentin; Dr. Matthias Sauter, Stiftungsbeirat, Kempten; Anja Klinner, stellv. Vorsitzende Tuberöse Sklerose Deutschland e.V., (TSDeV); Dr. Christoph Hertzberg, Vorstand TSDeV; Anke Koch, Schirmherrin und Stiftungsvorsitzende; Dr. Adelheid Wiemer-Kruel, Vorstand TSDeV; Roland Koch, Schirmherr und stellv. Stiftungsvorsitzender; Prof. Dr. Kathrin Thedieck, Universität Groningen (NL) und Oldenburg; Dr. Konrad Kölble, Neuropathologie Universitätsklinikum Erlangen; Dr. Karin Mayer, Vorstand TSD e.V.; vorn: Sandra Hoffmann, Bundesgeschäftsführerin TSDeV. Foto: Helmut Hehn

Forschung: Phase-3-Studie zu Midazolam-Nasenspray abgeschlossen

Nachstehend geben wir einen ausführlichen Beitrag zur Phase-3-Studie zum Midazolam-Nasenspray in englischer Sprache wieder (Originaltext).

Sprühstoß aus einer Plastik-Sprühflasche
Bildquelle: robin_24 - http://www.flickr.com/photos/robin24/5222119114/in/photostream, CC BY 2.0 // https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16419735

 

Aus der Forschung

Midazolam Nasal Spray (USL261) Phase 3 Trial Meets Primary Efficacy Endpoint In Patients With Seizure Clusters

 

 CAMBRIDGE, England, April 26, 2017 /PRNewswire/ -- Proximagen Limited (Proximagen) today announced that its pivotal Phase 3 trial of intranasal midazolam (USL261) for the rescue treatment of seizure clusters, met its primary efficacy endpoint in a top-level analysis of the data. Based on these findings, Proximagen will approach the U.S. Food and Drug Administration (FDA) regarding its proposal to submit a 505(b)(2) New Drug Application (NDA) in the second half of this year. USL261 has been granted orphan drug designation and fast track designation for this use by the FDA. Findings from the trial will be presented at the upcoming Antiepileptic Drug and Device Trials (AEDD) meeting, May 17-19, 2017 in Adventura, Florida.

 

 

USL261 is a novel, investigational midazolam formulation, specifically designed for intranasal delivery, being developed for the rescue treatment of seizures in patients who require control of intermittent bouts of increased seizure activity, such as seizure clusters or acute repetitive seizures. It is intended to be delivered intranasally, without active inhalation by the patient.

"The primary efficacy results observed in the pivotal phase 3 clinical trial were both statistically and clinically significant. These findings suggest that midazolam nasal spray could be an effective rescue treatment option for patients and caregivers who live with seizure clusters, subject to FDA review," said Bill Pullman, MB, BS, BMedSc, PhD, FRACP, President, Proximagen. "This is an exciting development because to-date, rescue treatment options for seizure clusters have been very limited. We look forward to working with the FDA and submitting a new drug application for midazolam nasal spray later this year."

"Given the challenges and unmet needs of those living with seizures, we are very encouraged by the results of the Phase 3 trial of midazolam nasal spray. While there is still work to be done to put this medication into the hands of patients, I'd like to take this opportunity to thank our investigators, along with the teams at Upsher-Smith and Proximagen who have brought us to this major milestone," said Mark Evenstad, CEO of ACOVA. "I am very proud of the important work that Proximagen is doing to help patients and their families by discovering and developing innovative therapies."

Proximagen's parent company Upsher-Smith Laboratories, Inc. recently announced an agreement to sell its generics business to Sawai, a Japanese publicly traded and family run generics pharmaceutical company.  Following closing of this acquisition, Proximagen will cease to be a wholly-owned subsidiary of Upsher-Smith and will instead become a wholly-owned subsidiary of a newly created holding company, ACOVA. The Evenstad Family will continue to fund Proximagen through ACOVA.

Proximagen will retain its existing pipeline of small molecule NCE programs, including two programs in clinical development. In addition, Upsher-Smith's intranasal midazolam program for seizure clusters (formerly known as USL261) will become part of Proximagen's pipeline.

 

About Study P261-401

The study, ARTEMIS1 (Acute Rescue Therapy in Epilepsy with Midazolam Intranasal Spray) was designed to evaluate the efficacy and safety of USL261, an investigational formulation of midazolam delivered intranasally, for the outpatient rescue treatment of seizure clusters.

The primary efficacy endpoint of the study was Treatment Success, defined as achieving both of the following: 1) termination of seizure(s) within 10 minutes after study drug administration, and 2) no recurrence of seizure(s) beginning 10 minutes after administration of study drug to six hours after study drug administration. To be eligible for the trial, participants had to have a diagnosis of epilepsy, a history of seizure clusters and an adult caregiver who could recognize, observe and record seizure cluster episodes. The adverse events observed with USL261 in this study were generally consistent with the known safety profile for midazolam, intranasal drug delivery, and those previously observed across the clinical development program to date.  

 

About Seizure Clusters 

Reports of seizure cluster prevalence vary depending on the population evaluated.  Seizure clusters are associated with poor seizure control.1 In a study conducted in a tertiary epilepsy center in patients with a broad range of seizure control, the prevalence of seizure clusters was close to 30%.1 The number of epilepsy patients in the United States who experience seizure clusters has been estimated at 152,000.2,3,4,5 

 

About Proximagen

Proximagen and its predecessor companies have a long heritage in discovery and development of novel small molecule therapeutics, in particular in the areas of CNS, pain and inflammation, and was acquired by Upsher-Smith in 2012.  Proximagen has an integrated drug discovery facility based in Cambridge, UK and has developed a pipeline of innovative small molecule therapeutics. The Proximagen pipeline includes a Phase II VAP-1 inhibitor program in inflammation that is partnered with Roche, as well as internal development programs including a CXCR4 antagonist in Phase I targeting oncology indications and a Dopamine D1 positive allosteric modulator in preclinical development targeting cognitive disorders. For more information, visit www.proximagen.com.

 

  1. Haut SR, Shinnar S, and Moshe SL. Seizure Clustering: Risks and Outcomes. Epilepsia.  2005;46(1):146-149.
  2. Kobau R, Zahran H, Thurman DJ, et al. Epilepsy Surveillance Among Adults – 19 States, Behavioral Risk Factor Surveillance System, 2005.  MMWR.  2008;57:SS-6.
  3. Kwan P, Brodie MJ. Early Identification of Refractory Epilepsy. N Engl J Med. 2000;342:314-319.
  4. Berg AT, Vickrey BG, Testa FM, et al. How long does it take for epilepsy to become intractable? A prospective investigation. Annals of Neurology. 2006;60:73-79.
  5. Haut SR, Lipton RB, LeValley AJ, et al. Identifying seizure clusters in patients with epilepsy. Neurology. 2005 October 25;65(8):1313-1315.

 

Forschungspreis 2017 ausgeschrieben

Dr. Theresa Scholl arbeitet an der "biologischen Werkbank" in ihrem Labor
Dr. Theresa Scholl an ihrem Arbeitsplatz im Labor

Über den Forschungspreis:

 

Die Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung (Anke und Roland Koch-Stiftung) verleiht alle zwei Jahre einen Forschungspreis. Die erste Preisverleihung erfolgte im Jahr 2015 an Dr. Theresa Scholl aus Wien. Diese beschäftigt sich mit der Pathologie der Weißen Substanz bei Tuberöser Sklerose und Malformationen der Kortikalen Entwicklung.

 

Auch in diesem Jahr sollen erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für innovative Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung des Tuberöse Sklerose Complex (TSC) ausgezeichnet und hierdurch die weitere Erforschung des Krankheitsbildes in den Focus der Öffentlichkeit gerückt werden.

 

Art und Dotierung des Preises

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und steht dem/der Preisträger/in im Rahmen der Forschungsarbeiten zur freien Verfügung. Der Tuberöse Sklerose-Forschungspreis kann auch an zwei Personen vergeben werden.


Bewerbungen

Das Bewerbungsverfahren für den Forschungspreis 2017 ist abgeschlossen, die Jury hat bereits getagt und einen Preisträger ausgewählt. Die Preisverleihung findet am 25. Oktober 2017 in Frankfurt am Main statt. Danach werden wir an dieser Stelle den Preisträger vorstellen.

Der nächste Forschungspreis wird Ende 2018 für das Jahr 2019 ausgeschrieben. Zur Orientierung finden interessierte Wissenschaftler nachstehend die Ausschreibung für den Forschungspreis 2017.

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Hier können Sie die ausführliche Ausschreibung herunterladen.
Ausschreibung_Forschungspreisflyer_2017-
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Wiesbadener Kurier berichtet über Versorgungspreisträgerin Sarah Leutelt

Sarah Leutelt gewinnt Versorgungspreis der Tuberöse Sklerose-Stiftung

 

Sarah Leutelt hat an der HSK eine Salbe entwickelt, die zur Behandlung der Hautveränderungen  bei der Tuberösen Sklerose geeignet ist.

 

Damit hilft sie zahlreichen Patienten, deren Gesicht von diesem Symptom der komplexen Krankheit befallen ist.

Der Wiesbadener Kurier hat am 7.7.2016 ausführlich über die junge Ärztin berichtet, die damit den ersten Versorgungspreis der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung gewonnen hat.


Eine prospektive ESPED-Erfassung

Zwischenbericht veröffentlicht

Studienleitung: Prof. Dr. med. Sascha Meyer.
Studienleitung: Prof. Dr. med. Sascha Meyer.

Professor Dr. med. Sascha Meyer vom Universitätsklinikum im Saarland führt seit dem 1. März 2015 ein ESPED-Register zu TSC-Neuerkrankungen von Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren.

Bei ESPED handelt es sich um eine standardisierte Erhebungseinheit für Seltene Pädiatrische Erkrankungen in Deutschland, über die epidemiologische Untersuchungen durchgeführt werden können.

Dazu sind noch bis zum Frühjahr 2017 alle Kinderkliniken sowie sozialpädiatrische Zentren und TSC-Zentren in Deutschland aufgerufen, neu diagnostizierte TSC-Erkrankungen zu melden und diese über zwei Jahre zu beobachten.

Auf diese Weise soll herausgefunden werden, wie die Altersverteilung bei der Erstdiagnose aussieht, inwieweit organspezifische Symptome auftreten und wie sie verteilt sind, bei welchen Patienten molekulardiagnostisch eine Mutation auf dem TSC1 oder TSC2 Gen nachgewiesen werden kann und wie hoch der Anteil der Neuerkrankungen von Tuberöse Sklerose ist. Nach einem Jahr Forschungsarbeit wurde nun ein Zwischenbericht zu den bisherigen Ergebnissen veröffentlicht. Bis zum 29.02.2016 sind 84 Fallmeldungen eingegangen. 17 Fragebögen waren hiervon noch nicht ausgefüllt. Bei 23 handelte es sich um Falschmeldungen. 3 der Meldungen sind als Doppelmeldungen eingegangen. Schlussendlich konnten 41 Fragebögen ausgewertet werden.

 

Altersstruktur

Erste Erkenntnisse zeigen, dass das mediane Alter bei Diagnosestellung bei 6 Monaten liegt. Der Zeitpunkt bzw. das Alter, zu dem eine umfassende erste diagnostische Abklärung erfolgte, betrug durchschnittlich 15 Monate. Bei 11 Patienten wurde bereits (in der Gebärmutter) in utero durch Nachweis von Tumoren am Herzen (kardialen Rhabdomyomen),die Verdachtsdiagnose von Tuberöse Sklerose gestellt.

 

Welche Symptome traten als erstens auf

In 31 von 41 Fällen wurden Krampfanfälle festgestellt, bei 20 von 41 Betroffenen Tumoren am Herzen (kardiale Rhabdomyome). Sogenannte hypomelanotische Flecken, weiße Flecken auf der Haut, traten bei 20 Patienten in Erscheinung.

 

Wo liegt die Mutation

Zum Zeitpunkt des Zwischenberichts liegen bei 11 Patienten die Ergebnisse der genetischen Diagnostik vor. In 6 Fällen konnte eine TSC2-Mutation, in 4 Fällen eine TSC1 Mutation nachgewiesen werden. Bei einem Patienten konnte trotz klinisch gesicherter Diagnose kein genetischer Nachweis erbracht werden. Bei 6 der 41 Patienten waren weitere Familienmitglieder von der TSC-Erkrankung ebenfalls betroffen.

 

Die Häufigkeit von Neuerkrankungen

Die Häufigkeit kann noch nicht genau abgeschätzt werden. Nach den Meldungen im Zeitraum von März 2015 bis Februar 2016, läge die Anzahl der Neuerkrankungen bei ca. 1:12.300.

 

Studienleitung:

Prof. Dr. med. Sascha Meyer

Lilian Mann (cand. med.)

Daniel Ebrahimi-Fakhari (cand. med.)

Frau Marina Flotats-Bastardes

 

Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie,

TSC-Zentrum Saarland

Universitätsklinikum des Saarlandes,

Sektion Neuropädiatrie,

 

66421 Homburg

Tel.: 06841-1628313

Fax: 06841-1628452

Email: sascha.meyer@uks.eu

Erste TSC-Stipendiatin in den USA

Auf dem mexikanischen Kongress: (von links) Mutter von Aaron, Aaron (TSC-Patient), Dr. David Franz (TSC-Clinic Cincinnati), Hannah Schäfer (Stipendiatin) und Lorena (Genetikerin). Bild: Melody Gullemann
Auf dem mexikanischen Kongress: (von links) Mutter von Aaron, Aaron (TSC-Patient), Dr. David Franz (TSC-Clinic Cincinnati), Hannah Schäfer (Stipendiatin) und Lorena (Genetikerin). Bild: Melody Gullemann

„Alle hier sind sehr freundlich, sehr amerikanisch.“ Hannah Schäfer, neue Ansprechpartnerin am TSC-Zentrum München, ist seit dem 29. Februar 2016 als Stipendiatin zu Gast in Cincinnati, USA.

 

Genauer gesagt besucht sie aufgrund des an sie verliehenen Forschungsstipendiums der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung das Cincinnati Childrens Hospital.

 

Das Highlight der ersten Woche sei dort die Tuberous Sclerosis Clinic unter der Leitung von Dr. David Neal Franz gewesen.

 

Die Ausstattung der Klinik als auch das große Team von Ärzten, Genetikern, Krankenschwestern und Sozialarbeitern, das sich gezielt um jeden Patienten kümmert, sei beeindruckend.

Hannah Schäfer beim Studieren von MRT-Bildern. Bild: Melody Gullemann
Hannah Schäfer beim Studieren von MRT-Bildern. Bild: Melody Gullemann

In München sei das alles Aufgabe eines einzelnen Arztes, der Unterstützung von einer Krankenschwester erhält, merkt Hannah Schäfer an. In Cincinnati gäbe es hingegen selbst für den Papierkram und die Terminkoordination spezielles Personal.

 

Von der Arbeitsweise, die Patienten und Ärzten ein 5-Sterne-Rundumpaket bietet, und von Direktor Dr. David Neal Franz sei sie fasziniert. „Die Patienten lieben Dr. Franz, viele kennen ihn schon ein ganzes Leben lang und haben großes Vertrauen in seine Fähigkeiten.“ Er wisse einfach, wie man auf Menschen eingeht, egal welche Beeinträchtigung sie haben, meint Hannah Schäfer.

 

Aber auch neben dem klinischen Alltag kommen neue Eindrücke für Hannah Schäfer nicht zu kurz. So sei sie direkt in die typische amerikanische Esskultur eingeführt worden. Ihre Unterkunft sei perfekt, um sich innerhalb der Klinik zu vernetzen, weil dort auch andere Besucher der Tuberous Sclerosis Clinic wohnen würden. Gerade die letzten Wochen waren für Hannah Schäfer sehr ereignisreich.

 

Erst kürzlich ist sie von einem 4-tägigen Kongress von AMET (La Asociación Mexicana de Equitación Terapéutica), einer mexikanischen Patientenorganisation, welche verschiedenste Krankheitsbilder betreut, aus Mexico City zurückgekehrt.

 

Als Nephrologin, aber auch aus menschlicher Perspektive war es für Hannah Schäfer eine prägende Veranstaltung.

Gespräch unter Krankenschwestern und Nurse Practitioner (speziell qualifizierte Krankenschwester). Bild: Melody Gullemann
Gespräch unter Krankenschwestern und Nurse Practitioner (speziell qualifizierte Krankenschwester). Bild: Melody Gullemann

„Ich wurde von vielen Patienten angesprochen, welche noch nie einen auf TSC spezialisierten Nephrologen getroffen haben.“ Eine nicht rechtzeitige auf TSC abgestimmte Behandlung von Nierenerkrankungen könne schlimme Folgen haben, meint Hannah Schäfer. Vielen Patienten habe man eine Niere entnehmen müssen.

Hierdurch stiege die Rate derjenigen an, welche an Niereninsuffizienz leiden. Teilweise sei sogar ein totales Nierenversagen nicht mehr auszuschließen. Selber konnte Hannah Schäfer einen Vortrag über ihre Arbeit am Münchner TSC-Zentrum halten und für medizinische Fragen von vielen Patienten als auch Ärzten Rede und Antwort stehen. Sowohl die Betroffenen und deren Familien, als auch die meisten der anwesenden mexikanischen Ärzte haben noch nie einen Vortrag über Nierenbeteiligung in TSC gehört.

Dr. David Franz und chinesischer Gastarzt beim Studieren. Bild: Melody Gullemann
Dr. David Franz und chinesischer Gastarzt beim Studieren. Bild: Melody Gullemann

„Ich hoffe, dass auch ich meinen Teil auf diesem Kongress beitragen konnte, damit unnötige Operationen mit möglicherweise großen Langzeitfolgeschäden für Patienten verhindert werden können“, berichtet sie.

 

Darüberhinaus sei ihr klar geworden, wie außerordentlich wichtig es ist, dass es in Deutschland gute TSC-Zentren als Anlaufstelle von Betroffenen und Familien gibt und diese sich über den Verein untereinander vernetzen können.

 

Hannah Schäfer ist noch bis zum 18. Juni als Forschungsstipendiatin an der TSC-Clinic in Cincinnati. Wir wünschen ihr für die restliche Zeit alles Gute.

Teilprojekte im Tsc2+/- (Eker)-Tiermodell

Kinder- und Jugendpsychiater Priv.-Dozent Dr. med. Robert Waltereit
Kinder- und Jugendpsychiater Priv.-Dozent Dr. med. Robert Waltereit

Spätestens seit Zulassung des Wirkstoffs Everolimus zur Behandlung bestimmter TSC-bedingter Krankheitsmerkmale ist klar, dass die Substanz bei manchen für die Erkrankung typischen Tumoren zu einer Größenreduktion führen kann.

 

 Dieser Effekt wird der mTOR-hemmenden Wirkung zugeschrieben, die das Zellwachstum reguliert und normalerweise durch die Proteine TSC1 und TSC2 übernommen wird, im Falle von TSC durch die Mutation jedoch gestört ist. Weil Everolimus damit in einen grundlegenden molekularen Mechanismus eingreift, könnten sich mit dem Wirkstoff möglicherweise aber auch noch andere Symptome des Krankheitsbildes behandeln lassen.

Hinweise darauf geben bereits einige präklinische Studien, bei denen mTOR-Inhibitoren einen positiven Einfluss auf Störungen des Lernens und des Sozialverhaltens bei sogenannten TSC1- und TSC2-Knockout-Mäusen gezeigt haben. Ob Everolimus auch einen positiven Einfluss auf die häufig mit TSC in Verbindung stehende Autismus-Spektrum-Störung haben könnte, wurde bisher allerdings noch nicht nähergehend überprüft. Mit dieser Frage setzt sich deswegen aktuell die Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Robert Waltereit an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden auseinander.

 

 In der Studie werden dazu Eker-Ratten mit einer bereits von Natur aus bestehenden Mutation im TSC2-Gen und einer künstlich ausgelösten Epilepsie, welche nachgewiesen das gestörte Sozialverhalten der Tiere verstärkt, mit Everolimus behandelt. Über anschließende Verhaltensbeobachtungen soll so herausgefunden werden, wie sich das autistische Verhalten unter Everolimus verändert und wie die Substanz auf die einzelnen Faktoren (TSC2-Mutation und Epilepsie) in der Behandlung des Autismus wirkt.

 

 Kann über die Untersuchung eine positive Veränderung und damit die Wirkung von Everolimus bei den Eker-Ratten nachgewiesen werden, sind die entdeckten Zusammenhänge zwischen TSC2-Mutation, Epilepsie, Autismus und der Wirkung von Everolimus eine wichtige Grundlage für eine schnellere und gezieltere Prüfung einer Behandlung des autistischen Verhaltens bei TSC-Patienten. Die Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung stellt für die Untersuchung im Tiermodell Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro bereit.

Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung verleiht Versorgungspreis

Preisverleihung an Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka
Preisverleihung an Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka

Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung verleiht erstmals Versorgungspreis an Sarah Leutelt

 

Preisträgerin Sarah Leutelt (Wiesbaden) wurde für die Entwicklung einer Behandlungsmöglichkeit von Patienten mit Tuberöser Sklerose durch die lokale Anwendung des Wirkstoffs Sirolimus bei fazialen Angiofibromen mit dem ersten Versorgungspreis der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung ausgezeichnet.

Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde von Anke Koch bei der Jahrestagung des Tuberöse Sklerose Deutschland e.v. an die junge Ärztin aus der Wiesbadener Dr. Horst Schmidt-Klinik (HSK) überreicht.

Anke Koch hatte gemeinsam mit ihrem Ehemann und ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch die Stiftung vor drei Jahren gegründet.

Begrüßung durch die Schirmherrin des TSD e.v. und Vorsitzende des Stiftungsvorstands Anke Koch. Foto: Inga Lepka
Begrüßung durch die Schirmherrin des TSD e.v. und Vorsitzende des Stiftungsvorstands Anke Koch. Foto: Inga Lepka

Mit der Verleihung will die Stiftung auf die erfolgreiche Bekämpfung der Symptome der schwerwiegenden und seltenen Krankheit Tuberöse Sklerose aufmerksam machen.

 

Während die Ursachen der Krankheit und die Diagnostik weitgehend erforscht sind, bedarf die Entwicklung von Behandlungsansätzen auch weiterhin großer Anstrengungen. Um vielen Patienten ein alltägliches Leben zu ermöglichen, ist es wichtig auch in der Versorgung und Behandlung von Symptomen zu unterstützen.

 

Als Dank und Anerkennung soll deshalb an Mediziner und Medizinerinnen, die sich in der Versorgung von TSC-Patienten verdient gemacht haben, der Versorgungspreis vergeben werden, erklärt Anke Koch die Vergabe des Preises.

Laudatio des Geschäftsführers Helmut Hehn. Foto: Inga Lepka
Laudatio des Geschäftsführers Helmut Hehn. Foto: Inga Lepka

Erste Preisträgerin ist Dr. med. Sarah Leutelt. Die junge Assistenzärztin, welche in Wiesbaden geboren wurde, arbeitet seit 2011 an den Wiesbadener Dr. Horst Schmidt Kliniken. Seit ihrer Promotionsarbeit: „Lokale Anwendung des Wirkstoffs Sirolimus bei fazialen Angiofibromen im Rahmen der Tuberösen Sklerose“ befasst sie sich mit den Wirkungen einer Salbe, welche zur Behandlung auf der Haut, speziell der Gesichtsregion, von TSC-Patienten dienen soll. Rund 85% aller Patienten mit Tuberöse Sklerose weisen kleine rötliche oder gelbliche Knötchen auf, die bei einer oberflächlichen Behandlung leicht mit Akne verwechselt werden können. In der medizinischen Fachsprache auch Angiofibrome genannt, bereiten sie vielen Patienten große Schwierigkeiten. Patienten würden durch ihr auffallendes äußeres Erscheinungsbild oft stigmatisiert werden, sagt Sarah Leutelt während der Preisverleihung.

Preisträgerin Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka
Preisträgerin Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka

Die von Sarah Leutelt mit der Hilfe von Prof. Dr. med. Markus Knuf, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche (Dr. Horst Schmidt Kliniken) entwickelte Salbe ermöglicht nun Angiofibrome zu behandeln, ohne dabei auf schmerzhafte Therapiemöglichkeiten wie einer Lasertherapie zurückgreifen zu müssen.

 

Die gesammelten Ergebnisse zeigen, dass die Rötungen im Gesicht bei TSC-Patienten deutlich zurückgehen und ein verbessertes Hautbild in Erscheinung tritt.

 

Für Sarah Leutelt ist es nun wichtig, die Salbe weiter zu optimieren und hierdurch die Pharmaindustrie zu gewinnen, um auch weiteren Patienten mit Tuberöse Sklerose zu helfen.

Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung verleiht erstmals den mit 10.000 Euro dotierten Forschungspreis

Preisverleihung: Stifter Anke und Roland Koch, Preisträgerin Theresa Scholl MSc, Laudator Prof. Dr. Max Karl Einhäupl, Geschäftsführer Helmut Hehn. Foto: Galina Görl
Preisverleihung: Stifter Anke und Roland Koch, Preisträgerin Theresa Scholl MSc, Laudator Prof. Dr. Max Karl Einhäupl, Geschäftsführer Helmut Hehn. Foto: Galina Görl

Die „Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung“ hat im Rahmen einer festlichen Gala in der Frankfurter Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen erstmals den Forschungspreis der Stiftung an Theresa Scholl (Wien) für ihre beeindruchende Grundlagenforschung über Ursachen von epileptischen Anfällen bei TSC-Patienten vergeben.

 

Die Entscheidung wurde von einer Expertenjury unter dem Vorsitz des Ärztlichen Direktors der Berliner Universitätsklinik Charité, Prof. Dr. med. Karl-Max Einhäupl, getroffen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Forschungspreis wurde vom früheren Hessischen Ministerpräsidenten und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden der UBS Deutschland AG, Roland Koch, und seiner Ehefrau Anke überreicht, die die Stiftung vor zwei Jahren gegründet haben.

Begrüßung durch die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Anke Koch. Foto: Galina Görl
Begrüßung durch die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Anke Koch. Foto: Galina Görl

Mit der Verleihung des Forschungspreises möchte die Stiftung den Fokus auf eine Krankheit richten, die vielen Menschen bis heute unbekannt ist. Tuberöse Sklerose (TSC) ist eine komplexe Systemerkrankung mit tumorartigen Veränderungen in fast allen Organen des menschlichen Körpers. Die meisten Patienten leiden an epileptischen Anfällen und weisen eine schwere geistige Behinderung, häufig kombiniert mit Verhaltensstörungen wie Autismus, auf.

 Viele haben Tumore in Herz, Gehirn, Nieren und Lunge. Beeinträchtigungen der Haut und Erkrankungen des Bewegungsapparates kommen hinzu. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar, lediglich die Symptome können behandelt werden. Eines von 6.000 Neugeborenen leidet an der Krankheit Tuberöse Sklerose.

Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vorstandes der Hessischen Landesbank, Herbert Grüntker
Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vorstandes der Hessischen Landesbank, Herbert Grüntker

Während die Ursachen der Krankheit und die Diagnostik weitgehend erforscht sind, bedarf die Entwicklung von Behandlungsansätzen auch weiterhin großer Anstrengungen.

 „Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist der Anreiz für Pharmaunternehmen, in diese Richtung zu forschen, noch immer gering. Mit dem Preis wollen wir Wissenschaftler motivieren, dieser schlimmen Krankheit in ihrer Forschung mehr Interesse und Aufmerksamkeit zu widmen“, erklärten Roland und Anke Koch die Vergabe des Preises.

 Erste Preisträgerin des Forschungspreises ist Theresa Scholl. Die Biomedizinerin und Biotechnologin ist seit 2013 Doktorandin an der Medizinischen Universität Wien.

Preisträgerin Theresa Scholl MSc, Wien. Foto: Galina Görl
Preisträgerin Theresa Scholl MSc, Wien. Foto: Galina Görl

Im Rahmen ihres gewebsbasierten Dissertationsprojektes, das unter dem Titel „Charakterisierung der weißen Substanz – Pathologie von kortikalen Tubera und Malformationen der kortikalen Entwicklung” läuft, untersucht die Österreicherin mit Hilfe chirurgischer Verfahren Veränderungen in der weißen Substanz bei Patienten mit Tuberöser Sklerose im Vergleich zu anderen Entwicklungsstörungen des Gehirns.

 Als weiße Substanz bezeichnet man die Teile des Zentralnervensystems im Gehirn, die aus Nervenfasern bestehen.

 Mit ihrer Grundlagenforschung und Ursachenanalyse von epileptischen Anfällen bei TSC- Patienten gelang es Theresa Scholl, die Expertenjury zu überzeugen.

Verleihung des Stipendiums WELCOME TO CINCINNATI an Hannah Schäfer, München, durch Ministerpräsident a.D. Roland Koch. Foto: Galina Görl
Verleihung des Stipendiums WELCOME TO CINCINNATI an Hannah Schäfer, München, durch Ministerpräsident a.D. Roland Koch. Foto: Galina Görl

Zur besseren Erforschung der Krankheit und weiteren Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten hat es sich die Stiftung zudem zum Ziel gesetzt, zur Vertiefung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Zentren in Deutschland und den USA maßgeblich beizutragen.

 Deshalb vergab die Stiftung an diesem Abend auch ein erstes Stipendium für einen mehrmonatigen Forschungs-Aufenthalt an einer auf TSC spezialisierten US- amerikanischen Klinik in Cincinnati.

Erste Stipendiatin ist Dr. Hannah Schäfer, die in Zukunft die Patientenkoordination am TSC-Zentrum in München übernehmen wird.

Schlusswort des Vorsitzenden des Stiftungsbeirates, Dr. Hugo Müller-Vogg. Foto: Galina Görl
Schlusswort des Vorsitzenden des Stiftungsbeirates, Dr. Hugo Müller-Vogg. Foto: Galina Görl
Musikalische Begleitung durch junge Solisten der Kronberg Academy. Foto: Galina Görl
Musikalische Begleitung durch junge Solisten der Kronberg Academy. Foto: Galina Görl
Forschungspreisskulptur. Foto: Galina Görl
Forschungspreisskulptur. Foto: Galina Görl

Projekt "Next Generation Sequencing" wird fortgesetzt

Dr. rer. nat. Karin Mayer
Dr. rer. nat. Karin Mayer

Für Patienten mit einer genetischen Erkrankung ist die genetische Diagnostik sowohl zur Abklärung der Krankheitsursache, für eine präzise genetische Beratung sowie als Grundlage zur Untersuchung weiterer Familienmitglieder oder auch hinsichtlich eines möglichen Kinderwunsches von großer Bedeutung.

 

Bei Patienten mit klinisch gesicherter Diagnose TSC kann mit den herkömmlichen molekulargenetischen Analysemethoden bisher jedoch nur in etwa 85 % der Fälle eine entsprechende Mutation im TSC1- oder TSC2-Gen nachgewiesen werden.

 

Um diese diagnostische Lücke weiter zu schließen, untersucht Dr. rer. nat. Karin Mayer, Fachhumangenetikerin am Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik in Martinsried den Einsatz einer neuen Technologie zur Analyse der DNA-Sequenz, das sog. Next Generation Sequencing (NGS), welche im Vergleich zu den konventionellen Methoden eine vielfach höhere Sequenzierkapazität aufweist. Das Pilotprojekt, das bisher mit 19.665 Euro durch den Tuberöse Sklerose Deutschland e. V. gefördert wurde, startete nach Vorliegen eines positiven Votums der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer im Jahr 2011.

 

Eingeschlossen wurden TSC-Patienten, die bereits am Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik in Martinsried mit den konventionellen Methoden untersucht wurden und bei denen bisher keine Mutation nachgewiesen werden konnte.

 

In der ersten Phase wurden anhand von 10 Patientenproben parallel zwei verschiedene Analysestrategien verfolgt, um die beiden TSC-Gene aus der DNA anzureichern und anschließend mit unterschiedlichen NGS-Sequenziertechnologien zu analysieren. Mit Hilfe der effizienteren Methode konnten bei insgesamt sechs von 13 nachuntersuchten Patientenproben Mutationen identifiziert werden, die mit den vorherigen Routinemethoden nicht nachweisbar waren. Bei vieren davon handelte es sich um sogenannte Mosaike, zwei weitere Mutationen fanden sich in regulatorischen Bereichen (Introns) des TSC2-Gens.

 

Mit dem Ziel, unter Einsatz veränderter technischer und zusätzlicher bioinformatischer Methoden bei weiteren Patienten Mutationen zu identifizieren, um idealerweise bei 100 % der TSC-Patienten einen genetischen Nachweis über die Erkrankung erbringen zu können, geht das Projekt unter Leitung von Dr. rer. nat. Karin Mayer nun in die zweite Runde. Mittlerweile wird hier Material von 18 TSC-Patienten (7/13 ohne bisherigen Mutationsnachweis aus der ersten Phase und 11 zusätzlichen Patienten aus der zweiten Phase) mit verschiedenen Anreicherungs-, Sequenzier-, und Auswertestrategien nachuntersucht. In erster Linie dient die Studie der Erarbeitung einer Argumentationsgrundlage, um die bisher überwiegend in der Forschung eingesetzte NGS-Methode zum Auffinden von in bestimmten Geweben unterrepräsentierten Mutationen (Mosaiken) und regulatorischen Mutationen auch in der Routinediagnostik zur Patientenversorgung verankern zu können.

 

Darüber hinaus gibt jede verbesserte genetische Analysemethode zudem weitere Anhaltspunkte, die in Zukunft dazu beitragen können, einen Zusammenhang zwischen Art und Lokalisation einer TSC-Mutation und dem möglichen Krankheitsverlauf sowie entsprechend notwendiger Therapieoptionen herstellen zu können. Für das Folgeprojekt stellt die Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung daher gerne finanzielle Mittel von knapp 13.500 Euro zur Verfügung.

 

Weitere ausführliche Informationen zum Projekt