Aktuelle Ausschreibung: Forschungspreis 2021


Bildquelle: Fotolia
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Zum dritten Mal verlieh die „Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung“ am 22. Februar 2019 ihren mit 10.000 Euro dotierten Forschungspreis, Preisträgerin ist Dr. Mirja Tamara Prentzell. Die promovierte Protein-Biochemikerin ist am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Postdoc in der DKFZ-Juniorgruppe Hirntumor-Metabolismus tätig. Im Rahmen ihrer Forschung untersucht sie die TSC-Erkrankung mit besonderem Fokus auf das molekulare Signalnetzwerk um den TSC-Proteinkomplex und das Protein mTOR und mögliche Ansatzpunkte für neue Therapien, z. B. in der Epilepsiebehandlung.

 

In 2021 sollen erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für innovative Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung des Tuberöse Sklerose Complex (TSC) ausgezeichnet und hierdurch die weitere Erforschung des Krankheitsbildes in den Focus der Öffentlichkeit gerückt werden. Die Bewerbung um den Forschungspreis ist noch bis zum 15. September 2020 möglich. Nähere Informationen zu den Fördervoraussetzungen, den Verwendungsrichtlinien sowie zum Bewerbungsverfahren finden Sie im Folgenden. Bei Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Art und Dotierung des Preises

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und steht dem/der Preisträger/in im Rahmen der Forschungsarbeiten zur freien Verfügung. Der Tuberöse Sklerose-Forschungspreis kann auch geteilt und an zwei Personen vergeben werden.


Fördervoraussetzungen

Der Preis wird an Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum verliehen; sofern die Rückkehr in den deutschsprachigen Raum geplant ist, können sich auch Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, die in anderen Ländern tätig sind, bewerben.

  • Die Förderung erfolgt einmalig. Nur in gut begründeten Ausnahmefällen kann die Einreichung eines Forschungsvorhabens nach vier Jahren erneut erfolgen.
  • Gefördert werden insbesondere Projekte,
    • die eine optimierte molekulargenetische Diagnostik zur Schließung der „diagnostischen Lücke“ sowie die Identifizierung neuer krankheitsverantwortlicher Gene zum Ziel haben,
    • die langfristige therapeutische Konzepte aufzeigen können, und Arbeiten, die neue Angriffspunkte für eine molekularpathologisch begründete Therapie bieten. Besonders vielversprechend erscheinen hier folgende molekulare Strukturen: mTORC1 und 2, Rheb, VEGF-D, MAPK, LKB1/AMPK. Die Projekte hierzu können sowohl aus dem präklinischen als auch dem klinischen Bereich stammen, wobei klinische Forschung abseits von Pilotprojekten vermutlich das mögliche Förderungsvolumen weit überschreiten würde,
    • die sich insbesondere mit populationsbasierten epidemiologischen Fragestellungen zur Erkrankung befassen und/oder zur Entwicklung und Validierung von Früherkennungskonzepten zur Erkrankung mit dem Fernziel einer flächendeckenden Früherkennung beitragen,
    • die zum Ziel haben, Biomarker zur besseren Vorhersage über den Verlauf der Erkrankung an sich oder von Einzelmanifestationen zu etablieren. Dies können sowohl grundlagenwissenschaftliche Arbeiten als auch anwendungsbezogene Untersuchungen sein,
  • welche die Versorgungssituation von erwachsenen Patienten beleuchten (Versorgungsforschung) bzw. Konzepte zur optimierten Versorgung erproben. Besonderer Schwerpunkt sollte hierbei auf der Versorgung geistig behinderter Betroffener liegen,
  • die außerhalb der vorab genannten Bereiche liegen und sich durch besondere Innovativität hinsichtlich der Erforschung der Tuberösen Sklerose auszeichnen.

Verwendungsrichtlinien

Die Mittel sind zum Einsatz bei der Erforschung des Tuberöse Sklerose Complex (TSC) bestimmt. Dabei können sie frei für Geräte, Personal, Verbrauch oder Kongressreisen (nach den Bestimmungen des Bundesreisekostengesetzes) eingesetzt werden. Nach Ablauf von zwei Jahren legt der Preisträger einen Abschlussbericht vor, der von der Stiftung veröffentlicht wird. Ein Verwendungsnachweis der Preisgelder ist der Stiftung nach jedem abgelaufenen Kalenderjahr vorzulegen. Nach Ablauf von zwei Jahren sind nicht verbrauchte Mittel zurückzuerstatten.

Die Annahme des Preises verpflichtet den/die Preisträger/in dazu, die Stiftung in der Danksagung aller wissenschaftlichen Publikationen, die im Kontext dieser Fördermaßnahme entstanden sind, zu erwähnen und der Stiftung unaufgefordert Nachdrucke dieser Arbeiten zukommen zu lassen.


Bewerbungsverfahren

Für den Forschungspreis können sich Wissenschaftler/innen bewerben, die auf dem Gebiet der Erforschung des Tuberöse Sklerose Complex tätig sind. Dabei können sowohl Projekte der Grundlagenforschung, als auch solche mit direktem klinischen Bezug eingereicht werden (siehe nebenstehend). Bewerbungen sind in deutscher Sprache bis zum 15. September 2020 elektronisch (als PDF-Datei) an den Vorstand der Stiftung zu richten (info@ts-stiftung.org).

 

Einzureichen sind:

  • Zusammenfassung des eigenen wissenschaftlichen Beitrags zum Forschungsgebiet (max. 3 Seiten à 34 Zeilen)
  • Lebenslauf mit Bild, Datum und Unterschrift versehen
  • Publikationsverzeichnis
  • bis zu zwei eigene Publikationen, die den eigenen Beitrag zum Forschungsgebiet in besonderer Weise charakterisieren
  • Beschreibung geplanter Forschungsprojekte (max. 3 Seiten à 34 Zeilen)
  • eine rechtsfähig unterschriebene Erklärung, aus der hervorgeht, dass die vom Antragsteller gemachten Angaben der Richtigkeit entsprechen und mit der er sich verpflichtet, die Stiftung über Änderungen unverzüglich zu informieren.

 Für die Vergabe des Forschungspreises bildet die Stiftung eine Jury, die sich aus den wissenschaftlichen Mitgliedern des Stiftungsbeirates und ggf. vom Stiftungsvorstand berufenen weiteren externen Mitgliedern zusammensetzt. Die Mitglieder der Jury und der Stiftungsvorstand können selbst Bewerber für den Forschungspreis nominieren.

 

Die Jury der Stiftung sichtet alle eingehenden Bewerbungen, bewertet jede zunächst für sich und führt dann eine vergleichende Bewertung durch. Aus allen Bewerbungen und Nominierungen heraus unterbreitet die Jury dem Vorstand der Stiftung eine Empfehlung für den/die Preisträger/in. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe des Forschungspreises trifft der Stiftungsvorstand. Die Vergabe erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.


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Forschungspreis 2019: Dr. Mirja Tamara Prentzell

Im Jahr 2019 konnte sich die Wissenschaftlerin Dr. Mirja Tamara Prentzell über die Auszeichnung freuen. Die promovierte Protein-Biochemikerin ist am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Postdoc in der DKFZ-Juniorgruppe Hirntumor-Metabolismus tätig. Dr. Mirja Tamara Prentzells Forschungsschwerpunkt richtet sich auf das molekulare Signalnetzwerk um den Tuberöse Sklerose Proteinkomplex (TSC) und das Protein mTOR.

 

Mit G3BP1 konnte sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in namhaften TSC-Laboren in Deutschland, Österreich, Belgien, England, den Niederlanden und Polen ein neues Protein identifizieren, welches im Rahmen der TSC-Erkrankung von grundlegender Bedeutung ist. Ihren Untersuchungen zufolge führt ein vermindertes Vorliegen dieses Protein ebenso wie bei TSC1 oder TSC2 zu einer gesteigerten mTOR-Aktivität, welche die TSC-typischen Tumoren und Epilepsie hervorrufen kann. Eine Verminderung von G3BP1 könnte damit auch erklären, warum manche Menschen, bei denen keine Mutation im TSC1- oder TSC2-Gen nachgewiesen werden kann, trotzdem Symptome einer TSC-Erkrankung zeigen.


Forschungspreis 2017: Univ.-Prof. Dr. Kathrin Thedieck

Im Jahr 2017 erhielt die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Kathrin Thedieck den mit 10.00 Euro dotierten Forschungspreis. Neben der Leitung des Instituts für Biochemie an der Universität Innsbruck, die sie inne hat, ist sie auch an den Universitäten Oldenburg und Groningen (www.metabolic-signaling.eu) tätig. Im Rahmen ihrer Forschung untersucht sie die TSC-Erkrankung mit besonderem Fokus auf neue Signal- und Stoffwechselwege. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Entdeckung der Beteiligung des TGF-β Signalweges an zellulären Veränderungen nach Verlust der TSC1 und TSC2-Gene, welche die Erkrankung auslösen. Ihre These: auch Stoffwechselveränderungen könnten Einfluss auf das Tumorwachstum und möglicherweise sogar weitere Symptome bei TSC-Patienten haben und damit einen neuen Ansatzpunkt für Therapien, z.B. durch Veränderung in der Ernährung oder den Stoffwechsel beeinflussende Medikamente bieten. In einer internationalen Studie, unter Beteiligung der Universitäten Innsbruck, Oldenburg und Groningen (Niederlande), dem Epilepsiezentrum Kork, der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem CHU de Liège (Belgien) sollen dazu nun Moleküle des Glukose-, Fett- und Aminosäurestoffwechsels bei Epilepsie-betroffenen Kindern mit und ohne TSC analysiert werden.


Forschungspreis 2015: Dr. Theresa Scholl

Die erste Preisverleihung erfolgte im Jahr 2015 an Dr. Dr. scient. med. Theresa Scholl für ihre Grundlagenforschung über Ursachen von epileptischen Anfällen bei TSC-Patienten . Die Biomedizinerin und Biotechnologin ist seit 2013 an der Klinik für Pädiatrie und Jugendmedizin der Medizinischen Universität Wien in der Abteilung für Neonatalogie, Intensivmedizin und Neuropädiatrie tätig. Im Rahmen ihres gewebsbasierten Dissertationsprojektes, das unter dem Titel „Charakterisierung der weißen Substanz – Pathologie von kortikalen Tubera und Malformationen der kortikalen Entwicklung” durchgeführt wurde, untersuchte die Österreicherin Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns. Mithilfe von Gewebe, das bei epilepsiechirurgischen Eingriffen entnommen wurde, entwickelte sie dazu ein Testsystem, das verwendet wurde, um die Funktion der weißen Substanz genauer zu studieren und herauszufinden, warum hier Defizite bei TSC-betroffenen Menschen bestehen und bei anderen Epilepsie-Patienten nicht.  In Ihrem Folgeprojekt beschäftigt sie sich nun mit der Frage, ob eine Regeneration der weißen Substanz möglich ist. Ließen sich entsprechende Möglichkeiten nachweisen, wäre dies ggf. Grundlage für neue und zusätzliche Therapieansätze zur Behandlung von ansonsten therapieresistenten Epilepsien in Verbindung mit TSC.