EGFR-Inhibitoren - eine Alternative zu Everolimus?


Könnten EGFR-Inhibitoren einen Einfluss auf das Wachstum von Subependymalen Riesenzellastrozytomen haben und für diese Indikation eine Alternative zur derzeitigen Standdardtherapie mit Everolimus darstellen? Dieser Frage möchte Theresa Scholl näher auf den Grund gehen.

 

Die Biomedizinerin und Biotechnologin der Medizinischen Universität Wien beschäftigte sich bereits im Rahmen ihres gewebsbasierten Dissertationsprojektes mit der Pathologie von kortikalen Tubera und der weißen Substanz des Gehirns und entwickelte mithilfe von Gewebe, das bei epilepsiechirurgischen Eingriffen entnommen wurde, ein Testsystem um die Funktion genauer zu studieren und herauszufinden, warum hier Defizite bei TSC-betroffenen Menschen bestehen und bei anderen Epilepsie-Patienten nicht.

 

Die Identifikation von sogenannten CLIP Zellen, die gemeinsam Ursprung für SEGAs und kortikale Tubera zu sein scheinen, gibt nun Anlass zur Hoffnung auf eine mögliche Alternativtherapie für all jene, bei denen die bisher eingesetzten mTOR-Inhibitoren zur Behandlung von SEGAs nur mäßigen Erfolg zeigten oder mit einer hohen Nebenwirkungsrate verbunden waren. Denn CLIP Zellen können anhand von EGF-Rezeptoren detektiert und gehemmt werden. Ob eine solche Therapie auch bei TSC Patienten wirksam sein könnte, muss jedoch zunächst mit weiteren präklinischen Studien geklärt werden.

 

Dazu plant das Team um Theresa Scholl die Reaktion der SEGA-Zellen bei Zugabe von EGF-Inhibitoren zu erforschen und diese mit der Standardtherapie zu vergleichen. Sollte sich hierbei das Tumorwachstum besser blockieren lassen als durch die Standarttherapie wäre dies ein potenzieller Ansatz für eine Alternativmedikation von SEGA Patienten, dem weiter nachgegangen werden könnte, wenn sich unter der Therapie mit Everolimus keine sichtbaren Erfolge zeigen.

 

Ob das Forschungsprojekt zu Stande kommt, hängt derzeit noch von der Finanzierung ab. Als von den Beratungsgremien vielversprechend eingestuft ist die Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung bemüht, das Projekt ihrer zugleich ersten Forschungspreisträgerin nach Kräften zu unterstützen und steht mit verschiedenen Geldgebern in Kontakt. Wie es weitergeht? Wir halten Sie auf dem Laufen.