Teilprojekte im Tsc2+/- (Eker)-Tiermodell

Kinder- und Jugendpsychiater Priv.-Dozent Dr. med. Robert Waltereit
Kinder- und Jugendpsychiater Priv.-Dozent Dr. med. Robert Waltereit

Spätestens seit Zulassung des Wirkstoffs Everolimus zur Behandlung bestimmter TSC-bedingter Krankheitsmerkmale ist klar, dass die Substanz bei manchen für die Erkrankung typischen Tumoren zu einer Größenreduktion führen kann.

 

 Dieser Effekt wird der mTOR-hemmenden Wirkung zugeschrieben, die das Zellwachstum reguliert und normalerweise durch die Proteine TSC1 und TSC2 übernommen wird, im Falle von TSC durch die Mutation jedoch gestört ist. Weil Everolimus damit in einen grundlegenden molekularen Mechanismus eingreift, könnten sich mit dem Wirkstoff möglicherweise aber auch noch andere Symptome des Krankheitsbildes behandeln lassen.

Hinweise darauf geben bereits einige präklinische Studien, bei denen mTOR-Inhibitoren einen positiven Einfluss auf Störungen des Lernens und des Sozialverhaltens bei sogenannten TSC1- und TSC2-Knockout-Mäusen gezeigt haben. Ob Everolimus auch einen positiven Einfluss auf die häufig mit TSC in Verbindung stehende Autismus-Spektrum-Störung haben könnte, wurde bisher allerdings noch nicht nähergehend überprüft. Mit dieser Frage setzt sich deswegen aktuell die Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Robert Waltereit an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden auseinander.

 

 In der Studie werden dazu Eker-Ratten mit einer bereits von Natur aus bestehenden Mutation im TSC2-Gen und einer künstlich ausgelösten Epilepsie, welche nachgewiesen das gestörte Sozialverhalten der Tiere verstärkt, mit Everolimus behandelt. Über anschließende Verhaltensbeobachtungen soll so herausgefunden werden, wie sich das autistische Verhalten unter Everolimus verändert und wie die Substanz auf die einzelnen Faktoren (TSC2-Mutation und Epilepsie) in der Behandlung des Autismus wirkt.

 

 Kann über die Untersuchung eine positive Veränderung und damit die Wirkung von Everolimus bei den Eker-Ratten nachgewiesen werden, sind die entdeckten Zusammenhänge zwischen TSC2-Mutation, Epilepsie, Autismus und der Wirkung von Everolimus eine wichtige Grundlage für eine schnellere und gezieltere Prüfung einer Behandlung des autistischen Verhaltens bei TSC-Patienten. Die Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung stellt für die Untersuchung im Tiermodell Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro bereit.