Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung verleiht Versorgungspreis

Preisverleihung an Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka
Preisverleihung an Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka

Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung verleiht erstmals Versorgungspreis an Sarah Leutelt

 

Preisträgerin Sarah Leutelt (Wiesbaden) wurde für die Entwicklung einer Behandlungsmöglichkeit von Patienten mit Tuberöser Sklerose durch die lokale Anwendung des Wirkstoffs Sirolimus bei fazialen Angiofibromen mit dem ersten Versorgungspreis der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung ausgezeichnet.

Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde von Anke Koch bei der Jahrestagung des Tuberöse Sklerose Deutschland e.v. an die junge Ärztin aus der Wiesbadener Dr. Horst Schmidt-Klinik (HSK) überreicht.

Anke Koch hatte gemeinsam mit ihrem Ehemann und ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch die Stiftung vor drei Jahren gegründet.

Begrüßung durch die Schirmherrin des TSD e.v. und Vorsitzende des Stiftungsvorstands Anke Koch. Foto: Inga Lepka
Begrüßung durch die Schirmherrin des TSD e.v. und Vorsitzende des Stiftungsvorstands Anke Koch. Foto: Inga Lepka

Mit der Verleihung will die Stiftung auf die erfolgreiche Bekämpfung der Symptome der schwerwiegenden und seltenen Krankheit Tuberöse Sklerose aufmerksam machen.

 

Während die Ursachen der Krankheit und die Diagnostik weitgehend erforscht sind, bedarf die Entwicklung von Behandlungsansätzen auch weiterhin großer Anstrengungen. Um vielen Patienten ein alltägliches Leben zu ermöglichen, ist es wichtig auch in der Versorgung und Behandlung von Symptomen zu unterstützen.

 

Als Dank und Anerkennung soll deshalb an Mediziner und Medizinerinnen, die sich in der Versorgung von TSC-Patienten verdient gemacht haben, der Versorgungspreis vergeben werden, erklärt Anke Koch die Vergabe des Preises.

Laudatio des Geschäftsführers Helmut Hehn. Foto: Inga Lepka
Laudatio des Geschäftsführers Helmut Hehn. Foto: Inga Lepka

Erste Preisträgerin ist Dr. med. Sarah Leutelt. Die junge Assistenzärztin, welche in Wiesbaden geboren wurde, arbeitet seit 2011 an den Wiesbadener Dr. Horst Schmidt Kliniken. Seit ihrer Promotionsarbeit: „Lokale Anwendung des Wirkstoffs Sirolimus bei fazialen Angiofibromen im Rahmen der Tuberösen Sklerose“ befasst sie sich mit den Wirkungen einer Salbe, welche zur Behandlung auf der Haut, speziell der Gesichtsregion, von TSC-Patienten dienen soll. Rund 85% aller Patienten mit Tuberöse Sklerose weisen kleine rötliche oder gelbliche Knötchen auf, die bei einer oberflächlichen Behandlung leicht mit Akne verwechselt werden können. In der medizinischen Fachsprache auch Angiofibrome genannt, bereiten sie vielen Patienten große Schwierigkeiten. Patienten würden durch ihr auffallendes äußeres Erscheinungsbild oft stigmatisiert werden, sagt Sarah Leutelt während der Preisverleihung.

Preisträgerin Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka
Preisträgerin Dr. Sarah Leutelt. Foto: Inga Lepka

Die von Sarah Leutelt mit der Hilfe von Prof. Dr. med. Markus Knuf, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche (Dr. Horst Schmidt Kliniken) entwickelte Salbe ermöglicht nun Angiofibrome zu behandeln, ohne dabei auf schmerzhafte Therapiemöglichkeiten wie einer Lasertherapie zurückgreifen zu müssen.

 

Die gesammelten Ergebnisse zeigen, dass die Rötungen im Gesicht bei TSC-Patienten deutlich zurückgehen und ein verbessertes Hautbild in Erscheinung tritt.

 

Für Sarah Leutelt ist es nun wichtig, die Salbe weiter zu optimieren und hierdurch die Pharmaindustrie zu gewinnen, um auch weiteren Patienten mit Tuberöse Sklerose zu helfen.